Bevor es in die Verhandlung geht… fangen viele erst gar nicht an.

Warum ist das so?

„Ja ich weiß gar nicht, ob wir das so fordern können… wir haben ja auch keine verlässlichen Infos!“

Das führt dazu, dass Verhandlungen aufgeschoben und Konflikte nicht angesprochen werden. Und häufig verhandeln wir im Vorfeld auch noch mit uns selbst, was alles noch schlimmer macht. Wenn wir uns selbst schon im Vorfeld einreden, dass wir schlechte Karten haben, fokussieren wir uns auf das, was schiefgehen könnte. Und das kann dazu führen, dass wir denken:

„Es ergibt keinen Sinn zu verhandeln, eigentlich ist die Situation ja ganz in Ordnung. Lass es mal so akzeptieren!“

Und genau hier lauert die Gefahr. Wir suchen Ausreden für uns selbst.

Was passiert, wenn man nicht verhandelt? Ein innerer Konflikt entsteht, der schließlich zu einem äußeren Konflikt wird. Wenn der innere Konflikt nicht angesprochen wird, ziehen sich die Menschen zurück. Dies gilt nicht nur für klassische Verhandlungen, sondern für jegliche zwischenmenschliche Interaktionen.

Aber warum ist eine Verhandlung ein Konflikt?

Weil man etwas vom Anderen möchte, was er nicht freiwillig hergeben will. Denn würde er es freiwillig hergeben, wäre es eine nette Unterhaltung, kein Konflikt. Das bedeutet, eine Verhandlung ist auch dazu da, die Beziehung zu verbessern, denn gelöste Konflikte sind gut für eine Beziehung.

Vom Konflikt zum Machtkampf zur Beziehungsverbesserung – BÄM

Wer also nur nach dem „win-win Harvard-Prinzip“ vorgeht, läuft Gefahr mit einem Selbstverteidigungskurs für Kinder gegen Mike Tyson antreten zu müssen. Okay, Mike ist nicht mehr der Jüngste, könnte vielleicht sogar funktionieren…

Anyways, wenn deine Einkaufscrew länger als eine Runde überleben soll, können Liegestütze (und Coaching) nicht schaden.